Streichholzschachtellochkamera

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    • Streichholzschachtellochkamera

      Vor einem reichlichen Jahr lernte ich im Internet die Möglichkeit kennen, aus einer Streichholzschachtel eine Lochkamera zu bauen.

      Eine sehr detaillierte Anleitung stammt von Niklas Rühl. niklas-ruehl.de/blog/streichholzschachtel-lochkamera

      Eine sehr gute Anleitung mit sehr detaillierten Bildern - aber englisch - ist hier: matchboxpinhole.com/

      Ich halte mich hier kurz und zeige einige Details:

      P4102771 (Andere).JPG
      Hier habe ich einige benötigte Utensilien:
      Klebeband, Streichholzschachtel, scharfes Messer, schwarzes Papier (statt schwarzer Farbe) dazu noch ein Stab von einem Schokoladeneis

      Als erstes werden Löcher in die Außenhülle und die Innenscachtel der Streichholzschachtel geschnitten.
      P4102774 (Andere).JPG

      Ich wollte diesmal die gesate Größe nutzen und hab deshalb den Film über die Kante laufen lassen. Alternativ kann man auch in die Fläche des Innenteils eine Maske schneiden, die dann der Bildgröße entspricht.

      Ich habe dann alle Innenflächen schwarz verkleidet, zum Teil mit schwarzem papier, zum Teil mit Klebeband.

      Jetzt kann man den Film einlegen.P4102775 (Andere).JPG

      Ich habe hier den neuen Film mit Klebeband an den Rest eines alten Films geklebt. Alternativ kann man eine alte Filmpatrone verwenden, wenn man sie noch hat, bei der der Film eingelegt wird. (Ich habe eine von Lomo, habe sie hier aber nicht verwendet.)

      Dann wird ein Klicker eingebaut, leider habe ich hier kein Foto. Ich verweise deshalb auf diese Seite: matchboxpinhole.com/clicker.html

      Das Loch muss nun befestigt werden, ich habe Alufolie verwendet, die ich mit einer Stecknadel durchstochen habe, allerdings mit sehr kleinem Loch. Man kann auch ein gekauftes Loch befestigen.Dann wird alles mit schwarzem Klebeband umwickelt und dabei zugleich befestigt, als auch lichtdicht gemacht, außer dem Loch.Als Verschluss habe ich ein Stück Klebeband genommen, man kann aber auch einen Verschluss bauen.Zum Filmtransport habe ich aus einem Eisstiel drei Teile geschnitten und mit Klebeband zusammengeklebt, die Kanten leicht abgeschnitzt, sodass alles in die Patrone passt.Beim Transport hört man die Klicks. Wenn das Bild die gesamte Länge der Streichholzschachtel verwendet, sind es 12 Klicks. je nach Größe des Loches sind es weniger klicks.Wenn der Film voll ist, und wenn man ihn selber entwickelt, kann man ihn abschneiden, (in der Dunkelkammer verliert man keine Bilder).Wenn man ihn ins Labor bringt, empfehle ich, den Film zurückzuspulen, damit das Klebeband nicht mit in die Entwicklungsmaschine kommt.

      Streichholzschacktellochkamera.jpg

      Filmtransporter.jpg
    • Ich bin immer wieder verwundert, wie einfach man eine Kamera bauen kann.
      Achtest Du auf Lochdurchmesser/Brennweite für die Schärfe und die Belichtungszeit?

      Ich plane gerade eine Lochkamera in einer Holzbox, die wird wohl eine Brennweite von ~65mm bekommen
      Bin da noch hier und da an der Theorie am Tüfteln, gerade was die Lichtdichtheit angeht, weil man die Kiste aufmachen kann um die Patronen zu entnehmen.
    • Für die bisherigen habe ich nicht gemessen, aber möglichst klein und rund. Diesmal habe ich Haushaltfolie genommen, aber besser sind die Pralinenfolien, sie sind dünner.
      Ich habe aber überlegt, eventuell eine Lochplatte zu kaufen.

      Es wird immer gesagt, das Loch solle möglichst genau rund sein. Ich denke, es hängt vom Zweck ab, auch ist rund leichter herzustellen, als zum Beispiel dreieckig.
      Die aus Blättern gebildeten natürlichen Objektive bilden Ecken.
      Ich hatte mich früher als Kind gewundert, dass die Lichtflecken rund werden, obwohl die Löcher zwischen den Blättern nicht rund sind.

      Erst vor nicht langer Zeit erfuhr ich, dass das Bild praktisch nicht von der Lochform abhängt. Eventuell bestimmte eher zum Bukeh oder zur Schärfe gehörende Eigenschaften.

      Die Lochkamera ist ein Sonderfall der Fresnell'schen Zonenplatte.

      Zum lichtdicht machen kann man eventuell schwarzes Leder oder Karton einkleben, die zugleich matt sind und Reflexionen minimieren.

      Ich würde bei einer "festen" Kamera die Blende austauschbar machen,

      Sehr einfach wäre hierfür die Skink Pinhole Classic, aber die ist relativ teuer. Dafür gibt es fertige Lochplatten und auch Zonenplatten.

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      Bei der nächsten Streichholzschachtelkamera bringe ich das Loch innen an. Man muss darauf achten, dass es vom Verschluss nicht geklebt wird.

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      Zur Filmentnahme gibt es zwei Möglichkeiten:

      1. Rückspulmöglichkeit berücksichtigen,
      2. von einer geschlossenen Spule in eine andere spulen. Wenn man selbst entwickelt, braucht man dann nicht zurückspulen.
      Wenn man den Film zum Entwickeln bringt, ist es besser, zurückzuspulen. Dann kann man seine (heute wertvolle) Spule behalten, oder man verhindert bei der zweiten Methode (an Filmrest ankleben), dass es Probleme in der Entwicklungsanstalt gibt.

      Ich wickle dann in einem Wechselsack zurück.
    • Also bei meiner geplanten Konstruktion werde ich auch mit zwei 135er Patronen arbeiten.
      Zum Abdichten werde ich schwarze Pappe so von innen anbringen, dass die Schlitze beim zuklappen überdeckt werden, und dann noch eine Dichtung dazwischen.
      Meine Kamera wird eine Art Objektiv bekommen, gebaut aus einem leeren Filmdöschen. Wenn alles klappt, dann ist der Vorteil, dass ich das Teil um ein paar mm versetzen kann, sollte die Schärfe nicht passen.

      Wenn alles klappt, dann kann ich von außen den Film weiter spulen, hab den Klickerzähler für den Bildabstand, und nen Objektiv zur Schäfeeinstellung. Das ganze in einer kleinen Holzkiste. Die Maße der Kiste sind ca. 90x55x60

      Wenn alles klar geht, beginne ich zum Wochenende mit dem Bau. Ich hätte das Teil gerne zum PinholeDay fertig.
    • Die Seite ist sehr wertvoll:
      die-lochkamera.de
      Bei 65mm Bildweite würde eine Lochblende von 0.3mm Durchmesser recht gut passen und das Filmformat für einen KB-Film wäre mit 43mm in die Tabelle einzutragen (Diagonale von 24x36mm). Der korrekte Abstand für die 0.3mm Bohrung läge bei 67mm Bildweite, also wäre eine kleine Verstellmöglichkeit sicher nicht schlecht zur Optimierung.
      Ich habe meine Sperrholzkiste innen an den Kanten mit schwarzen Karton-Winkeln zugeklebt. Das ist absolut dicht. Und als Dichtungsstreifen für die Kassetten habe ich Filzstreifen verwendet. Gibt es auch günstig in der Bucht.

      Gruß

      Gerhard

      (Ich habe schon mehrmals gelesen, dass viele das Blech von Teelichtern zum Eigenbau der Lochblende verwenden. 9,90 Euro für eine fertige , hochpräzise Lochblende zu investieren, halte ich aber nicht für verkehrt)
    • Hallo Gerhard,

      den Durchmesser hatte ich schon so ca errechnet, hab die Sachen gerade nicht zur Hand, aber es waren ~0,27mm wenn ich mich nicht irre.
      Aus dem Grund wollte ich ja auch eine Konstruktion, bei der ich den Abstand bei Bedarf ändern kann.
      Das mit den Karton war auch meine erste Idee, daher werde ich das als erstes Probieren.

      Stimmt, Teelichtblech müsste sich gut eignen, und da haben wir noch einiges vom im Schrank.
      Danke für den Hinweis.
    • Da meine bessere Hälfte gerade mit einer schicken 4x5"-Pinhole (ich hab ihn angesteckt... *gnihihihi*) fertig geworden ist, reiche ich mal seine Konstruktionshilfe weiter. pinhole.cz/en/pinholedesigner/

      Ebenso die Seite von Mr. Pinhole: mrpinhole.com/wiz.php bzw. die Seite mit irrsinnig vielen Infos (einschliesslich Berechnungsformen etc.) von John Grepstad. home.online.no/~gjon/pinhole.htm

      Das ist bei ihm nach den Kalkulationen von Mr. Pinhole herausgekommen:

      IMG_3232_kl.JPG
      "Wer oft genug ans Hohle klopft, der schenkt der Leere ein Geräusch."


    • Mario Berger schrieb:

      ...
      Achtest Du auf Lochdurchmesser/Brennweite für die Schärfe und die Belichtungszeit?

      ...


      Ich habe vergessen, die Belichtungszeit zu erwähnen.
      Ich habe geschätzt und zähle bei hellem Licht bis 4, bei etwas schwächerem Licht bis acht.
      Das sind dann ungefähr drei bis sechs Sekunden.
      Nachts würde ich ungefähr 2 Minuten lang belichten, wenn ich den Straßenverkehr aufnehme.

      Ob es was wird, wenn der Film fertig ist, weiß ich es.
    • Ich habe mir gerade eine App runter geladen, da kann man Brennweite, Lochdurchmesser, Blende und so zum einen mit berechnen, zum anderen kann man den Blendenwert gleich übernehmen, und die Belichtungszeiten, die man misst werden gleich für die Blende umgerechnet.
      Wenn man also bei z.B. bei Blende 5.6 misst, kann man das Ergebnis eingeben, und bekommt gleich die Zeiten für seine z.B. Blende 217
      Schaut auch von den Zeiten recht passabel aus, Schwarzschildeffekt ist wohl auch mit eingerechnet.

      Pinhole Camera Calculator Der Link führt zum Google PlayStore
    • Mein Loch war zu sehr vereinfacht, habe gestern den FIlm zurückbekommen von Rossmann.

      Bei den letzten Bildern war die Folie eingerissen.

      Änderung:
      Bei Alufolie: Diese in Lochverstärkungsringe einkleben, insbesondere, wenn man Klebeband als Verschluss verwendet. Das hatte ich bei meiner ersten gemacht, dort ist nichts eingerissen, weil immer genug Abstand da war.

      Oder einen "richtigen" Verschluss bauen.

      Bilder gibt es nach Scannen (Vielleicht heute Abend.)