Hutschis Lomografieregeln

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    • Hutschis Lomografieregeln

      Eine Frage zur Lomografie bewegt mich ein wenig.

      Ist Lomografie vor Allem eine Art des Fotografierens oder eher die Nutzung von Lomo-Kameras?

      Ich neige im Zweifelsfall zum ersten, insbesondere, wenn ich die Regeln beachte:

      lomography.de/about/the-ten-golden-rules
      "DIE ZEHN GOLDENEN REGELN"

      Ich gebe hier mal die Regeln zusammen mit meiner Interpretation an:

      REGEL #1
      Nimm deine Kamera überall hin mit.

      Das mache ich zur Zeit mit einer Digitalkamera, einer kleinen und einfachen von Olympus, leider ist meine Nikon S2 etwas defekt.

      REGEL #2

      Verwende sie zu jeder Tages- und Nachtzeit!

      Diese Regel habe ich erst durch die Lomografie schätzen gelernnt, denn die Nachtzeit hatte ich beim Fotografieren arg vernachlässigt.

      REGEL #3
      Die Lomographie ist nicht Unterbrechung deines Alltags, sondern ein integraler Bestandteil desselben.

      Das ist bei mir seit wenigen Jahren so.

      REGEL #4
      Übe den Schuss aus der Hüfte!

      Diese Regel habe ich für mich angepasst: Fühle das Bild, du brauchst den Sucher nicht, zumindest nicht immer.
      Armstrong und Aldrin hatten auf dem Mond auch keinen Sucher.


      REGEL #5
      Nähere dich den Objekten deiner Lomographischen Begierde so weit wie möglich!

      Diese Regel habe ich etwas umgedeutet: Beachte auch die kleinen Dinge des Alltages, die anderen unbedeutend erscheinen, wie die Schattenbilder auf der Erde..


      REGEL #6
      Don't think. (William Firebrace) (Denke nicht!)

      Diese Regel ist schwierig, ich breche sie, denn ich kann nicht nicht denken.


      REGEL #7
      Sei schnell.

      Diese Regel habe ich durch "Sei langsam!, Langsam ist schneller." ersetzt.

      REGEL #8
      Du musst nicht im Vorhinein wissen, was dabei heraus kommt.

      Das ist eine sehr wichtige Regel, ich wende sie vor allem an, wenn ich auf lange überlagerten Filmen aufnehme.
      Ich nehme bewusster mit dieser Regel auf, ich fühle, was herauskommen wird, ohne es zu wissen.


      REGEL #9
      Im Nachhinein auch nicht!

      Diese Regel ist ein Scherz. Sie ist kein Scherz. Ich kann fotografieren, ohne mich zu erinnern, erinnere mich, wenn ich die Bilder sehe, aber doch nicht daran, wo es war.


      REGEL #10
      Vergiss die Regeln!

      Diese Regel wende ich regelmäßig an. Das liegt schon an meinem schlechter werdenden Gedächtnis.

      In keiner der Regeln kommt das Wort "Analog" oder "Lomo-Kamera" vor.
      Nach Regel 10 kann ich mich auch auf Lomo beschränken, muss es aber nicht.

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      Seit ich mich mit Lomografie beschäftige, habe ich einen genaueren Blick auf Bilder und ihre Relativität gewonnen.

      Insbesondere die Regel: "Halte die Kamera gerade!" kommt nicht vor.

      Dagegen umschließen die Regeln durchaus: Du brauchst nicht unbedingt eine Kamera.
      Natürlich kannst du eine Kamera verwenden.

      Wackeln ist kein Fehler, sondern eine Methode. Man kann sie einsetzen, sie hat sogar einen Namen: Absichtliche Kamerabewegung.

      Objektive können supergut korrigiert sein, aber mit einfachsten Linsen kann man - wenn es zum Motiv passt - bessere Ergebnisse erhalten.

      Ein Objektiv, bei dem die Linse gesprungen ist, muss man nicht wegwerfen.
      Man kann es weiterverwenden oder die Linsen durch andere ersetzen. Es hilft im Zweifelsfall ein Loch.

      Wenn Du einen Film hast, kannst du dir um ihn herum eine Kamera bauen. Schwarzes Klebeband und eine Streicholzschachtel, sowie etwas Alufolie reichen, um am Lochkameratag teilzunehmen.
      Auch Blechdosen gehen.
      Man kann auch eine Kamera mauern.

      Fotopapier kann man verwenden, wenn keines da ist, kann man sich mit Rotkohl und Papier/Aquarellpapier welches herstellen.

      Das bleibt zwar lichtempfindlich, aber es verliert die Farbe sehr langsam.

      Wenn man Rotwein verschüttet, kann man den Fleck als Fotopapier verwenden.

      Der Rest eignet sich auch als Entwickler, wenn man keinen Kaffee zur Hand hat. Dazu muss man nur Waschsoda und Vitamin C mixen, eventuell etwas Jodsalz.

      Man kann aus fast allem eine Kamera bauen, wenn es lichtundurchlässig ist, auch aus einem alten Fernseher.

      Die Regeln sind sehr weitgefasst, sie schließen eigentlich nichts völlig aus.

      Aber sie geben Schwerpunkte, und man verstößt bewusster.

      Die Doppelbelichtungssperre erweist sich als Konstruktionsfehler, wenn man sie nicht abstellen kann.
    • Lomografie ist Dada der Fotokunst.
      Es ist der Kampf der Ausbrecher aus dem Establishment gegen die Herkunft im Establishment.
      Lomo knöpft der Fotografie die falschen Masken vom Kopf und ersetzt sie durch Masken.
      Lomo beseitigt die Schwerkraft und zeigt, die Orientierung in Raum und Zeit ist relativ.
      Lomo beseitigt Druck, außer dem Knopfdruck.
      Lomo ist Kunst für die Kunst ist Lomo.
      Wenn der Lomograph Kaffee trinkt, knipst er die leere Tasse, denn Film ist nackt.
      Lomo ist das Rollen der Kugel auf den Berg, in der Hälfte der Strecke rollt sie herunter.
      Lomo bindet den Fotoapparat an einen Faden, um die Kuh hinter der Mauer zu fotografieren.
      Lomo gibt sich nicht zufrieden mit den Schatten der Krüge auf den Köpfen der Frauen, die hinter der Mauer entlanglaufen.