Zeiss Ikon Contina LK

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    • Zeiss Ikon Contina LK

      Hallo :)

      ich habe mal eine Frage zu einer Kamera, die momentan bei mir in der Vitrine steht. Ich habe diese kleine Kamera gegen ein Paar handgestrickte Stulpen getauscht ... Die stand bei meiner Bekannten im Wohnzimmer, die Bekannte wollte warme Hände, ich fand die Kamera niedlich, ich kann stricken und so wechselte die Kamera dann von ihrem in mein Wohnzimmer.

      Ich finde die kleine Kamera ausgesprochen niedlich und würde sie - wenn es nicht gerade in Strömen regnet - auch gerne benutzen. Allerdings klemmt die Blende. Sie schließt nach dem Auslösen nicht mehr. Oder ich bin zu deppert um die Kamera zu bedienen, oft sitzt der Fehler ja vor bzw. in diesem Falle hinter dem Gerät. Falls ich nicht zu deppert für die Bedienung sein sollte hätte ich gerne gewußt:

      a) Ob man die kleine Kamera reparieren lassen kann?

      b) Wenn ja, wo und wäre ich danach nur arm oder gleich bankrott?

      c) Würde sich eine Reparatur überhaupt lohnen oder ist sie mehr ein hübsches Vitrinenstück?

      Und hier ist sie, die niedliche Kamera :)

      Zeiss Ikon Contina LK 01a.jpg
      "Wat soll dat denn werdn, wenns fäddich is?"
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    • Moin Steffi,
      "lohnen" im rein kommerziellen Sinne sicher nicht. Aber darauf kommt es gewiss auch dir nicht an. Von der Abbildungsleistung her lohnt es sich allemal. Die Kleine hat ja das Pantar eingebaut, das auch AGFA in einigen Kameras verbaut hat.
      Ich gebe dir erst einmal hier einen Link, wo du dir die Bedienungsanleitung als pdf runterziehen kannst:

      cameramanuals.org/zeiss_ikon/zeiss_ikon_contina_lk.pdf

      Wenn du alles soweit richtig gemacht hast, also eine Fehlbedienung ausgeschlossen werden kann, dann handelt es sich um eine Verharzung des Fettes. Das müßte sich lösen lassen. Zunächst stelle die Kamera mal vor eine Rotlichtlampe, wie sie bei Hexenschuss benutzt wird. Wähle einen Abstand, dass ungefähr 50°C erreicht werden. Einige Zeit bei dieser Temp. lassen (ca. 1 Stunde), dann immer wieder auslösen. So lange, bis sie handwarm geworden ist. Löst sie dann noch aus, jede Stunde mal wieder alle Zeiten durchspielen. Löst sie am nächsten Tag dann nicht mehr aus, melde dich noch einmal.
      Viel Glück bei der Lösung des Kardinalfehlers aller alten Kameras :)
      ernst-kluger.de

      Ich habe den Herrn um nichts gebeten und in seiner unendlichen Güte hat er mir auch nichts gegeben.
    • Vielen Dank für Eure Antworten. Richtig, von "lohnen" im finanziellen Sinne bin ich nicht ausgegangen. Ein ähnliches Problem habe ich mit der Revue V6 von meinem Vater, die ich auch gerne wieder auf Vordermann bringen lassen würde, da habe ich auf Nachfrage an diversen Stellen schon so oft "Ach, das lohnt sich doch gar nicht!" und "Wer fotografiert denn bitte noch analog?!" gehört ... Ich habe die Hoffnung ja noch nicht aufgegeben die V6 eines Tages repariert zu kriegen.

      Die kleine niedliche Kamera sitzt jetzt vor dem Rotlichtgerät ... Gut, daß der Mann nicht im Haus ist. Der ist zwar Kummer gewöhnt aber in Rotlicht badende Kameras hatten wir auch noch nicht :D
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    • Bei Außentemperaturen ab 30° C funktioniert sie hervorragend. Da laufen alle Zeiten und nix klemmt. So zwischen 15° und 30° fängt sie an zu zicken, da laufen nur noch die langsamen Zeiten. Und wenn die Temperatur unter 15° fällt dann klemmt der Spiegel nach dem Auslösen und die Zeiten laufen schlecht bis gar nicht. Mein Mann vermutet daß es am Schmierfett liegt aber ich hab ihm verboten, die Kamera auseinander zu nehmen um zu gucken wie sie funktioniert und woran es liegt :D

      Was ich sehr schade finde. Ich geh ja nicht nur im Sommer bei tropischen Temperaturen fotografieren sondern auch schon mal bei kühleren Temperaturen. Gut, mit so einer schweren Kamera in der Tasche macht das die Tasche zur Nahkampfwaffe sollte mich einer überfallen wollen ... Auch wenn das kein Sammlerstück ist, die Kamera hat für mich einen persönlichen Wert. Weil sie eben von meinem Vater ist.
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    • Dein Mann wird recht haben. Das schreit förmlich nach gealtertem, hart gewordenem Schmiermittel. Du kannst es auch mal mit der Erwärmungsmethode versuchen, die wird allerdings dann, wie der Betrieb im Sommer, nur im warmen Zustand dazu führen, dass alle Zeiten plausibel ablaufen. Wenn sie wieder Zimmertemperatur hat, wird das alte Leiden unverändert vorhanden sein. Da wird dir wirklich nur helfen, einem Schrauber das gute Stück (von der ich meine, dass sie es wirklich verdient hat, denn sie ist schon keine Massenware gewesen. Ich glaube, von Petri oder Cosina hergestellt) in die Hand zu geben. Ich weiß von einem solchen in Castrop-Rauxel. Kannst ja mal anfragen. Hier der Link:

      blog.classic-camera.de/?tag=reparatur
      ernst-kluger.de

      Ich habe den Herrn um nichts gebeten und in seiner unendlichen Güte hat er mir auch nichts gegeben.
    • Ich war mit der Revue V6 schon mal in Duisburg, bin dort allerdings sehr unhöflich abgefertigt worden. O-Ton: "Die ist bestimmt total verharzt, so etwas kriegt man nicht mehr hin und Ersatzteile gibt es dafür auch so gut wie keine." Steht halt kein Platzhirsch-Logo drauf, auf der Kamera. :/ Gut, ich sehe jetzt auch nicht aus als würde ich in Geld schwimmen. Oder der Herr hatte einfach einen schlechten Tag, wer weiß das schon ... Von daher vielen Dank für den Link, ich werde dort bestimmt mal anfragen. Fragen kostet schließlich nichts.

      Hinter der Revue V6 verbirgt sich wohl eine Petri Penta VI. Mein Vater hat die ganze Ausrüstung nach seiner Zeit bei der Bundeswehr gekauft, Anfang der 70er. Da hat er sie als Auslaufmodell erstanden weil er sie sich vorher nicht leisten konnte. Zusammen mit vier Objektiven, Blitz, Handbelichtungsmesser und Kabel für den Selbstauslöser in so einem kantigen Lederkoffer. Den ich übrigens ziemlich kultig finde - Nylontasche kann ja jeder. Von den vier Objektiven funktionieren immerhin drei einwandfrei, egal bei welcher Temperatur. Und mich haben die Bilder einfach überzeugt, die ich auf einer Tour durch eine Industriebrache im Hochsommer mit der Kamera gemacht habe.

      Revue V6 - 01.JPG

      Jetzt ist es ja nicht so als hätte ich keine analogen Kameras hier ... Mir sind die letzten Monate einige zugelaufen nachdem in meinem Umfeld der ein oder andere mit bekommen hat daß ich analog fotografiere ... Nur die Revue V6, die ist halt für mich etwas ganz Besonderes :love:

      Die kleine Zeiss Ikon Contina LK erholt sich gerade von ihrem Bad im Rotlicht, ich befürchte allerdings daß das Leiden mit der sich nicht schließenden Blende weiter hin besteht :(
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    • Ich hab eine gute Stunde in der Küche gesessen ... Die Kamera immer wieder vom Rotlicht genommen und mit allen Zeiten und Blenden ausgelöst, die Kamera dann wieder ins Rotlicht gestellt. Wie ich bereits sagte, gut daß ich heute alleine zu Hause bin :D
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    • Hallo,

      nur indirekt im Zusammenhang mit jener offenbar verharzten Zeiss Ikon Contina LK:

      Vor einiger Zeit fragte ich im Forum nach kompetenten Werkstätten für die CLA einer Super Ikonta 4.
      Damals lies sich z.B. die Entfernungseinstellung nur schwer bzw. ruckweise vornehmen.
      Der Grund war wie ich jetzt erfahren habe, daß praktisch kein Fett in den Schneckengewinden mehr vorhanden war.
      Dann laufen die Dinge in einer Kamera natürlich schwer ab und es hilft auch keine Wärme.
      Daß bei den Blendenlamellen in der Regel gar kein Fett drauf sein darf ist die andere Seite der sprichwörtlichen Medaille,
      also Verschlußmechanismus verharzt und Fettreste auf den Blendenlamellen.
      Da hilft meines Erachtens nur die Zerlegung und Reinigung .....
      Andererseits gibt es von der Contina LK im Netz immer wieder welche mit voller Funktionsfähigkeit für wenig Geld.
    • Nachdem ich jetzt erst einmal "CLA" googlen mußte um herauszufinden daß es unter anderem ein Modell von Mercedes mit dieser Bezeichnung gibt ... Vielen Dank für die Infos! Die Entfernung, Blende und Zeit lassen sich leicht einstellen, lediglich die Blende hängt. Immer noch. So bleibt die kleine Kamera erst einmal in der Vitrine stehen und sieht niedlich aus.

      Wer weiß, entweder läuft mir irgendwann eine funktionstüchtige über den Weg oder ich gebe das Geld aus sie reparieren zu lassen. Ich mag das alte Dinge zu erhalten. Deswegen habe ich zum Beispiel auch ein Nordmende Radio von 1961 in der Küche stehen und fahre ein zwanzig Jahre altes Auto.

      Vielen Dank an Euch auf alle Fälle für die Hilfe und guten Tips! :thumbsup:
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    • ...ich muß mal blöd nachfragen: was heißt "sie (die Blende) schließt nach dem Auslösen nicht mehr"?? Oder am Schluß "Blende und Zeit lassen sich leicht einstellen, lediglich die Blende hängt. Immer noch"...
      Wieso hängt die Blende? Und warum sollte sie nach dem Auslösen wieder schließen?
      Bei meinen Contessa LK und LKE ist, und da sieht mir die Contina recht gleich aus, die Blende manuell auf den gewünschten Wert einzustellen, und dann bleibt sie da.
      Oder ich habe die ganze Fragerei nicht wirklich verstanden!
      Klärt mich auf! ;(

      Gruß aus Köln
      Michael
      Gruß aus Köln
      Michael
    • Falsche Wortwahl. Die drei Ringe (Zeit, Blende, Entfernung) am Objektiv lassen sich recht leicht bewegen. Ich habe nicht gesehen, daß hinter der Blende (von der Filmkammer aus gesehen) noch der Verschluß sitzt. Der öffnet sich zwar, schließt aber nicht wieder. Was er doch eigentlich sollte wenn man nicht gerade Langzeitbelichtungen macht oder hab ich da was falsch verstanden? Ich hab halt immer von hinten durch geschaut da habe ich den Verschluß übersehen, sah für mich aus wie aus einem Guss. Vielleicht doch Zeit über die Anschaffung eines Nasenfahrrads nach zu denken?
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