Verschmähte Legende

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    • Verschmähte Legende

      Man schrieb das Jahr 1985 als eine Kamera auf den Markt kam, von der man sagte, sie würde die Fotografie revolutionieren.

      Fachjournalisten schrieben sich die Finger wund über Spekulationen was diese Kamera wohl für die Fotografie bewirken könnte. Amateure und Profis gaben oft mit Inbrunst ihre Ansicht über dieses neue Stück Technik ab. Es folgten hitzige Debatten darüber ob ihre neue, zentrale Funktion sinnvoll und ein Gewinn sei oder eben nicht. Und ob sie denn nicht die Fotografie - die noch nicht allzulange in der Gunst künstlerischer Betrachtung war - frevlerisch verderben würde.

      Seit gut 100 Jahren drehten Fotografierende an Schneckengängen und zogen Balgen ein und aus. Schon immer wurde die Technik der Fotografie ebenso wie auch andere Techniken vom "Drang nach Komfort" und "Integration zusätzlicher Funktionen" angetrieben.
      "Phush The Button - We Do The Rest"

      Es folgte das Sofortbild, es folgten miniaturisierte Formate, es folgten Motoren, es folgten die ersten Belichtungsautomatiken. Und erste Kamera ohne FixFokus und trotzdem automatisch scharf stellen.
      Doch wie auch die ersten Kameras mit integrierten Motoren (zuerst in KompaktK., dann in SLR), konnte man diese nicht für voll nehmen.

      Das Jahr hatte erst gerade begonnen, als nicht nur bloss ein Raunen, sondern geradezu ein Schock durch die Fotowelt ging. Der "SptunikSchock der Fotogrtafie".

      Ja, ihr ahnt es, es geht um die

      Minolta 7000

      Die erste SLR mit integriertem Autofokus

      Aber sie hatte nicht nur AF zu bieten, sondern war für damalige Verhältnisse auch sonst eine ganz dufte Kamera. Und trotz ihrer geballten Technik ist sie relativ leicht und ziemlich handlich. Bedienung über TipTasten, inkl Display.

      Heute in Post-Ära der "richtigen Fotografie", im "Digialithikum" schwört ein Grossteil derer die ihre Fotos auf Film bannen, auf mechanische Geräte.
      Mechanische Geräte die sich irgendwie immer reparieren lassen, die Eertigkeit und Langlebigkeit versprühen. Oder ansonsten top ausgestattete Bolliden der 90er Jahre sowie ähnlich hochpreisige Produkte wie etwa der Contax/Yashica Familie usw

      Damals und in den Folgejahren war ihr Name in aller Munde, kaum ein ambitionierter Amateurfotograf der sie nicht kannte und beinahe niemand der keine Meinung über sie hatte.
      Wenn wir heute sagen Leica würde "polarisieren", so galt das erst recht für diese Kamera.


      Heute steht die Minolta 7000 etwas einsam und verlassen unter all den Herrlichkeiten an Kameras die uns heute bezahlbar zur Verfügung stehen.
      Der AF ist langsam und beschränkt sich auf ein fixes, kleines mittiges Feld. An BelichtungsGewichtung gibt's nur schnödes Mittenbetont. Der Motor mit 2B/s eher ein "Winder" als eben Motor. Am Gehäuse einiges an Hartplastik, das Display nicht beleuchtbar und anstatt ein Wählrad + - Tasten.

      Heute wendet man sich vorzugsweise an Kameras wie X-700, XD-7 oder einer XG oder gar MX. "Richtig analog eben".

      WIrd die Minolta 7000 heute verschmäht? Wenn "ja" - zu Recht?

      Welche persönliche Beziehung habt ihr zur Minolta 7000? Wart ihr damals begeistert oder entstetzt?

      Der Grund weshalb ich selber eine habe (aber praktisch nie nutze) ist der, dass sie doch eine historische Bedeutung hat.
      Aber sie war auch jene Kamera mit der ich zum ersten Mal ein richtiges, bewusstes Foto schoss. Und mich in dieser Faszination zur Fotografie bewegte.

    • Servus Philip!

      Interessantes Thema, daß Du da aufgreifst. Nun, bei mir war es so, daß mich die meisten Neuentwicklungen ab Mitte de 80er Jahre kalt ließen. Ich fand die Kameras wie die erwähnte 7000 oder, bei Canon, die T70, schlicht nicht mehr schön.
      Ich fotografierte damals mit einer Minolta XG 1 und einer X-300 und war von daher ein Minolta Freund, aber die Minolta 7000 hätte ich mir, auch wenn ich das Geld gehabt hätte - was ich als Schüler nicht hatte - nicht gekauft. Und Autofocus hat mich damals nicht gereizt und tut es heute genausowenig.

      Für mich waren die schönsten Kameras jene, der späten 70 und 80er Jahre. Canon A Reihe, Contax/Yashica, Pentax M/L Reihe, Nikon FE/FM, Minolta X/XD, die Olympus, Rollei Sl 35E und natürlich die Leica R. Was danach kam - die Kameras mit eingebautem Motor und Autofocus - , das sprach mich einfach nicht mehr an. Und, es wäre für meine Fotografie auch kein sonderlicher Fortschritt damit verbunden gewesen.
      Klar, Autofocus ist bei Actionfotografie gewiß ein Vorteil, aber das ist eh nicht so mein Bereich. Bisher kam ich ohne Autofocus aus und das wird wohl auch so bleiben. Und was den eingebauten Motor angeht: Wirklich schöne Modell gabs für mich da nur von Contax.

      Interessanterweise haben bei mir die "ganz Alten" in dem letzten jahrzehnt ganz stark gewonnen, wenn ich das mal so sagen darf. Anfang der 80er empfand ich die Minolta SRT/XE - , Leicaflex oder Nikkormat schlicht als alte, wenig begehrenswerte Kameras. Das hat sich grundlegend geändert. Heute ziehe ich zum Teil lieber mit meiner Leicaflex SL2 los, als mit der R9, obwohl letztere sicher alles besser kann.
      "Einfachheit", das Gefühl jahrzehnte alte mechanische Präzision zu verwenden macht halt einfach Spaß.

      Und, zurück zur Minolta 7000: Sicher eine sehr gute Kamera, aber eben schon ein - für mich - emotionsloser "Fotocomputer".

      Zuweilen, auf Flohmärkten und ebay, kaufe ich auch mal einige dieser "modernen" Kameras. Von Nikon war da eine F70 und eine 601 dabei , eine Canon T70 und vor einigen Tagen für ein "paar Kröten" eine Chinon CP 7M. Alles gute Kameras, die "meine Sammlung" vervollständigen. Groß verwenden werde ich sie allerdings kaum.

      Gruß,

      Torsten
    • Ich bin ja noch lange nicht so lange dabei, aber diese "mordernen" SLR sprechen mich mal so gar nicht an.
      Ich wüsste auf anhieb keine SLR mit Autofokus und Motor die mich ansprechen würde.
      Ich bin ja selber auch Minoltafreund. Mit Canon z.B. werde ich gar nicht warm.
      Ich habe mich viel umgeschaut und beraten lassen, was meine erste analoge SLR werden sollte.
      Nach einigem hin und her sollte es eine X300 oder X500 werden.
      Gekauft habe ich dann eine Soligor SR 300 MD, was ja eine X300 ist.
      Ich habe mir auch die 7000 angeschaut und andere Modelle dieser Baureihe, wie auch die noch neueren, aber wirklich ansprechen tut mich davon nichts.

      Also bei mir wird wohl auch nie eine 7000er oder so landen.
    • 1985 hatte ich endlich das Geld fuer eine SLR beisammen. Eine Minolta X-700 sollte es sein, sie war viel neuer, frischer als die damals noch erhältliche Canon A-1, die als direkte Rivalin bei Herlango und Hartlauer in Steyr angeboten wurde. Aber die 7000 war auch schon da, jedoch unerreichbar weil viel zu teuer. Ich begriff, dass ein neues Kapitel in der Fototechnik aufgeschlagen war und entschied mich bewusst für das Aeltere, Bewährte und Bezahlbare. Der Prospekt zum Flaggschiff war eine futuristische Offenbahrung, LCDs und Shiftfunktion, Tasten und Computer, dazu eine neuartige Rueckwand mit der sich die 7000 programmieren ließ. Das war nahezu nicht zu fassen damals und ließ die bisherige Kamerawelt dramatisch verblassen. Was dann kam, ist Geschichte.
      Gruss, Andreas
    • Ich danke euch, für die bisherigen Antworten.

      Es freut mich besonders dass sich Minolta Fotografen dazu gemolden haben, was ich mir insgeheim auch erhofft hatte :)

      Torsten Wagner schrieb:

      Für mich waren die schönsten Kameras jene, der späten 70 und 80er Jahre.


      Torsten Wagner schrieb:

      Was danach kam - die Kameras mit eingebautem Motor und Autofocus - , das sprach mich einfach nicht mehr an.


      Torsten Wagner schrieb:

      Heute ziehe ich zum Teil lieber mit meiner Leicaflex SL2 los, als mit der R9, obwohl letztere sicher alles besser kann.
      "Einfachheit", das Gefühl jahrzehnte alte mechanische Präzision zu verwenden macht halt einfach Spaß.


      Oh, die Leicaflex SL2 - welch' Kamera!! 8o

      Ich finde was du schriebst sehr aufschlussreich. Einerseits zuerst Kameras die zwar bereit zum Teil elektronisch gesteuert waren, anderseits AF quasi beiseite gelassen und dafür später die Mechanik entdeckt. Das spricht dafür, dass du gerne eine Kamera in der Hand hälst, bei der die essentiellen Funktionen quasi erleb -und spürbar sind. Nachvollziehbare Technik wie ich das nenne.

      Mario Berger schrieb:

      Ich bin ja noch lange nicht so lange dabei, aber diese "mordernen" SLR sprechen mich mal so gar nicht an.
      Ich wüsste auf anhieb keine SLR mit Autofokus und Motor die mich ansprechen würde.


      Das finde ich sogar typisch. Schon oft stellte ich fest, dass "AnalogEinsteiger" sich vor allem auf klassisch konstruierte Kameras beziehen, mehrheitlich von diesen angetan ist. Oft anfänglich noch mit etwas Komfort wie einer Belichtungsautmatik kombiniert, wie eben die Kameras zwischen Ende 70er und Mitte 80er den SLR Markt dominierten.

      Wie ist das für dich bei den AF SLR's erinnern sie dich zu sehr an die digitalen DSLR's oder wären sie dir ähnlich wie Torsten Wagner auch so unpassend?

      Andreas Thaler schrieb:

      und entschied mich bewusst für das Aeltere, Bewährte und Bezahlbare.


      Offenbar war das bei dir ähnlich der Fall.
      Zwar fasziniert von solcher Technik entschied auch mich mich zuerst für eine ganz andere Kamera. Alt, schwer, mechanisch - und eben bezahlbar.
      Doch anders als eine kamera bei der man befürchten musste, dass es in Bälde vermutlich keine neuen Objektive mehr dazu geben würde, kaufte ich eine von einem Hersteller, der sogar ein Jahr zuvor die gesamte SLR Produktion aufgab. Aber ich machte mir nicht's draus - es gab ja genug Geschfte mt Gebrauchtem und Fotobörsen. Abe meine Berufsbildung stand ja auch noch erst bevor, meine Wunschkameras wie Nikon F-301 oder Contax 167MT blieben erst mal Träume. :sleeping:
      Doch, wie war das bei dir? Hat dich das beschäftigt, gab's da Diskussionen bei welchen dir auch das Gefühl gegeben wurde, quasi "das Falsche" gekauft zu haben?


      Torsten Wagner schrieb:

      zur Minolta 7000: Sicher eine sehr gute Kamera, aber eben schon ein - für mich - emotionsloser "Fotocomputer".


      Ich vermute damit sprichst du aus, was ein Grossteil über diese Kamera empfindet. Es trifft es in gewisser Weise auf den Punkt. Im Vergleich zu späteren AF-SLR's wirkt die Minolta mit ihrem SchwarzGrau Plastik wirklich schmucklos.
      Gleichzeitig (und das wäre ein eigener Thread wert) sind Kameras nun mal Kameras - zumindest funktional.
      Da meine ich nicht mal relativierend sondern möchte damit trotz der klaren Argumente und Sympathie für Mechanik auch solche Technik nicht schmälern oder ihr etwas absprechen.
      Vermutlich habe ich dafür zu lange mit AF SLR's fotografiert 8)
    • Das eine Kamera möglichst viel kann, ist für mich noch nie alles gewesen.

      Bei mir war es damals die X-700, die ich mir als erste SLR zulegte, da gabs die 7000 ja schon ein paar Jahre und nach und nach zog alles in Richtung AF, aber damit fing das schon an: Ich wollte bestimmen, wo ich wie scharfstelle usw. und Hand aufs Herz: Mechanische Optiken fühlten sich im Vergleich ihrer neuen AF-Pendants eben auch nur nach, na, Plastik an.

      Muss man, damals wie heute, mögen.

      Ich selbst habe mir vor ein paar Jahren einen Traum aus den 90ern gegönnt, eine Nikon F-80, die bestaunte ich damals immer im Brenner Katalog, der Neupreis lag bei 1800 DM, korrigiert mich, falls ich falsch liege, es war jedenfalls irre viel für mich und jetzt, ein paar Jahre später bin ich bei der F2 samt Non-AI Optiken gelandet.

      Rational erklären kann man das zwar ansatzweise, aber eben nicht nur. Primär ist es bei mir einfach die Haptik, das, was überspringt, wenn man damit fotografiert. Ich habe auch meine F3 verkauft, weil mir selbst das zu elektronisch war. Die F3 ist eine tolle Kamera, sie hatte nur für mich den Nachteil, dass ich mit der LCD-Anzeige nicht klar kam. Und dann war da noch dieser Plastik-Spannhebel. Und der Tiefenschärfeknopf, der manchmal rausfiel und ... *green*

      Ich sehe das trotzdem absolut positiv, die machanischen, wie auch die elektronischen Kameras: Sie alle fressen Film, man kann mit allen Kameras wunderbare Bilder machen und alles ist absolut bezahlbar. Unsere Väter konnten sich nicht mehrere System zur gleichen Zeit kaufen und benutzen, zumindest war das bei uns in der kompletten Familie nie der Fall.

      So gesehen: Mein aufrichtiger Dank gilt der digitalen Fotografie :thumbup:

      Gruß
      Dieter
    • Philip Koblet schrieb:

      Wie ist das für dich bei den AF SLR's erinnern sie dich zu sehr an die digitalen DSLR's oder wären sie dir ähnlich wie Torsten Wagner auch so unpassend?


      Also hier geht es mir in erster Linie darum, was mich auch optisch anspricht.
      Die Baureihe der 7000 finde ich einfach nur hässlich. Aber das liegt wohl am damaligen Zeitgeist. Es gibt auch wenige Autos aus der Zeit, die mich ansprechen.... udn von der mode reden wir erst gar nicht :whistling:

      Die Baureihen danach (Dynax) die aussehen wie eine DSLR ohne Display sprechen mich auch nicht an.

      Eines der Hauptmerkmale die ich für mich an einer SRL haben will ist ein manueller Filmtransport, also einen schönen Schnellspannhebel wenn möglich. Ich will Gehäuse aus Metall. Ein intigrierter BeLi ist was nettes, haben meine bisherigen SLR ja beide.
      Und hätte ich nen Hand BeLi wäre mir dieser Luxus in der Kamera auch schnuppe. Aber das wird noch kommen. Ich möchte mir nämlich auch gerne die alten SRT´s anschaffen, und mit einem BeLi die Batterieproblematik umgehen.
    • Mein Vater kaufte sich Anfang der 90er eine gebrauchte Minolta 5000 mit dem 35-70mm-Standardzoom, um zu sehen ob er AF wirklich mag und braucht. Einen später Monat später holte er sich dann eine 9000, AF mochte er, aber nicht diesen nervigen motorischen batteriefessenden Filmtransport.
      Mir gefiel die 9000 optisch und vom Konzept her auch sehr gut, habe sie leider nur sie selbst nie benutzen können/dürfen, nach 2-3 Jahren gab die Elektronik dann den Geist auf und verursachte unbelichtete Filme. Danach kam irgendeine analoge Dynax, die auf mich dann wirklich wie ein klobiges Plastikspielzeug wirkte. Nix für mich.

      Ich habe bis zur digitalen EOS 350D nie eine AF-Kamera benutzt, auch keine analoge Kompakte.
      Bis Anfang der 2000er war eine OM1 MD mit Winder mein Arbeitsgerät, die fand ich viel schöner als jede Plastikreflex jener Zeit.
      Ich habe meine Olympus-Ausrüstung dann damals nach dem Ableben der OM1 (Verschluß kaputt) verkauft und endgültig zum
      K-Bajonett übergesiedelt, gegen das klassische Design der SuperA kam eben nix neueres ran.
      Ein Herz für M42 und das K-Bajonett.
    • Sie sitzt wohl ziemlich zwischen den Stühlen.
      Viele wollen eine klassische SLR mit viel Machanik und viel zum "selber machen", für die kommt so eine Kamera nicht wirklich in Frage.
      Die anderen wollen zwar auf Film fotografieren, verschmähen aber nicht die Vorzüge von Autofokus und Programmautomatiken etc.
      Für diese wäre so eine Kamera jedoch wieder nicht das optimale Angebot, findet man doch deutlich leistungstärkere Kameras für sehr wenig Geld.
      Vllt. hat derjenige auch bereits eine digitale SLR von Nikon, Canon oder Pentax, dann nimmt er eine an die auch die Objektive der Digitalen passen.

      Ich würde mir selbst auch nie eine der grauenvollen OM Kameras mit AF kaufen obwohl ich ein ziemlicher Olympus Fan bin.
      Stattdessen hab ich mir in der Bucht eine Nikon F801S für 30€ ersteigert ;)

      Grüße
      Alexander
    • Alexander Godelmann schrieb:

      Sie sitzt wohl ziemlich zwischen den Stühlen.


      Das Problem ist wohl, dass einige der Vorzüge der Kamera aus heutiger Sicht nur sehr schlecht umgesetzt sind.
      Gut, die erste Kamera mit Autofokus war wohl seiner Zeit was ganz dolles, aber wer will denn heut zu Tage so einen trägen AF?
      Als zweites zählt hier wohl wirklich bei vielen das Design. Und seien wir mal ehrlich, das Teil könnte zusammen mit dem Kadett D verkauft werden, der war auch alles andere als hüpsch.
      War also wohl so wie bei einigen Neuerungen, nett gedacht, aber noch in den Kinderschuhen.
    • Dieter Faustmann schrieb:

      Das eine Kamera möglichst viel kann, ist für mich noch nie alles gewesen.


      Dieter Faustmann schrieb:

      Muss man, damals wie heute, mögen.

      Solche Aussagen bringen es auf den Punkt - danke :)

      Dieter Faustmann schrieb:

      Ich habe auch meine F3 verkauft, weil mir selbst das zu elektronisch war. Die F3 ist eine tolle Kamera, sie hatte nur für mich den Nachteil, dass ich mit der LCD-Anzeige nicht klar kam. Und dann war da noch dieser Plastik-Spannhebel.

      Dazu fällt mir der Begriff "puristisch" ein.

      Dieter Faustmann schrieb:

      Unsere Väter konnten sich nicht mehrere System zur gleichen Zeit kaufen und benutzen, zumindest war das bei uns in der kompletten Familie nie der Fall.

      So gesehen: Mein aufrichtiger Dank gilt der digitalen Fotografie :thumbup:

      *green*

      Schon klar, was du meinst, mir wär's anders zwar trotzdem lieber. Ja es stimmt schon : heute kriegen wir bezahlbar Schätze, für die einst geschufftet wurde. Auch ich hätte heute nicht jenen Park, wenn die Digitalfotografie die Analoge nicht verdrängt hätte.

      Mario Berger schrieb:

      Also hier geht es mir in erster Linie darum, was mich auch optisch anspricht.
      Die Baureihe der 7000 finde ich einfach nur hässlich. Aber das liegt wohl am damaligen Zeitgeist. Es gibt auch wenige Autos aus der Zeit, die mich ansprechen.... udn von der mode reden wir erst gar nicht

      "Schön" finde ich sie auch nicht, die 7000. Aber ich wuchs halt in den 70ern & 80ern auf. Und (anders als KleiderMode & Frisuren etc) gefallen viele Geräte der 80er Jahre halt irgendwie. Seltsamerweise tatsächlich auch Autos. Mein drittes Auto war sogar eines, welches ich ganz bewusst so wählte - ein Mazda323 der 1.G. - Gekauft Anfang der 00er Jahre . . . :)
      Erst heute sah (und begrabschte) ich wieder mal eine Minolta SRT303. Ich finde, diese Baureihe hat sehr viel Charme. Die Kameras sehen geradezu quasi nach Mechanik aus.

      thorben_goettsche schrieb:


      Mir gefiel die 9000 optisch und vom Konzept her auch sehr gut,

      Die 9000 fand ich damals faszinierend und in geweisser Weise hat sie ja ein Alleinstellungsmerkmal. Im Nachinhein finde ich es erstaunlich, dass die 9000 nicht mehr Anklang fand.


      thorben_goettsche schrieb:

      Ich habe meine Olympus-Ausrüstung dann damals nach dem Ableben der OM1 (Verschluß kaputt) verkauft und endgültig zum
      K-Bajonett übergesiedelt, gegen das klassische Design der SuperA kam eben nix neueres ran.

      Von Olympus zu Pentax - gab's da einen bestimmten Grund, also weshalb nicht einfach wieder Olympus OM?

      Alexander Godelmann schrieb:


      Ich würde mir selbst auch nie eine der grauenvollen OM Kameras mit AF kaufen obwohl ich ein ziemlicher Olympus Fan bin.
      Stattdessen hab ich mir in der Bucht eine Nikon F801S für 30€ ersteigert

      Die AF-Olympus fand ich damals schon furchtbar. Dass ausgerechnet Olympus sowas bauen konnte, war schlichtweg nicht verständlich.

      Nikon F-801s heute für 30€!! Damals sparte ich monatelang von meinem Lehrlingslohn!!! ;( Aber umso grösser auch die Freude beim Abholen :)
      Damit hatte ich mir einen Traum efüllt, sah aber schnell ein, dass ich Mechanik trotzdem vermisse. Und natürlich sagte sie mir auch äusserlich zu. Noch heute finde ich sie eine der ästhetischsten AF SLR.

      Was ich in der bisherhigen Diskussion nicht ganz erwartet hätte : dass das Äussere doch eine so grosse Rolle spielt.
      Aber ich gestehe ein, dass dieser Aspekt bei meinen Käufen auch nicht unerheblich war. 8)
    • Mario Berger schrieb:


      Das Problem ist wohl, dass einige der Vorzüge der Kamera aus heutiger Sicht nur sehr schlecht umgesetzt sind.
      Gut, die erste Kamera mit Autofokus war wohl seiner Zeit was ganz dolles, aber wer will denn heut zu Tage so einen trägen AF?
      Als zweites zählt hier wohl wirklich bei vielen das Design.


      Ich würde anstelle des Äusseren die Bedienung setzten - auch das schliesslich Teil des Design's.

      Es stimmt schon : für spätere Verhältnisse war die Minolta 7000 sehr langsam. Und eben nur ein kleines, unveränderbares AF Messfeld, usw
      Aber auch die später in Ungnade gefallenen Tiptasten. Später, in den 90ern fand ich solche Bedienung (und auch das Äussere) auch ziemlich scheusslich.
      Denn sie war im Vergleich ja auch noch umständlich zu bedienen - anders gesagt : unergonomisch.

      Der kauf meiner 7000 war für mich soetwas wie eine "Rückbesinnung" auf meine ersten fotografischen Schritte.

      Heute habe ich mir eine glänzlich andere Kamera gekauft - eine Wucht an Mechanik, eine die mir seit dem ersten Erblicken ein Traum war. Robuste Mechanik und hohe Präzision in einer faszinierenden Symbiose . . .
      Die Minolta 7000 ist zu ihr soetwas wie eine Antithese. Beinahe unvorstellbar dass man beide Kameras in gleicher Tasche mitragen könnte.
      Aber - ich werd's tun *green*
      Nicht morgen, aber vlt schon "übermorgen"; Bericht wird folgen . . .
    • EAK - Kremer schrieb:

      War es nicht vor allem die Tatsache, daß die alten Objektive nicht verwendet werden konnten, welches die Fans der Marke so verärgerte?


      Leider sind ja einige Beiträge durch den "Server-Crash" verloren genangen. Und wie sich aus nachfolgenden Beiträgen ergab :

      Ja, ich vermute schon, dass gerade damals bisherige Minolta Besitzer vom Bajonettwechsel überrumpelt wurden. Und natürlich stellte die auch immer vor die Frage nach Investition bzw Kosten.
      Vor allem aus den Antworten hier ist das deutlich ersichtlich.

      Und : Natürlich versptühte die erste Generation von AF SLR's nicht jene Wertigkeit wie einst jene der Anfang 80er, also jene mit Schnellschalthebel klassischer Bauart.
      betrachtet man das Portfolio an SLR Kameras kurz vor 1985, fällt etwas auf :

      Bei Minolta fehlen Kameras mit integriertem Motor, aber manual fokus Objektiven. So etwa, wie es Konica 1979 mit der FS-1 vormachte. Solche gab's dann auch von Yashica/Contax bereits ab 1980 mit der 137MT, später von Nikon mit der F-301 und natürlich Canon mit der T-Serie welche bekanntlich mit der T-90 gipfelte.
      Solche Kameras gefielen mir damals sehr und hätte gerne meine erste Wahl auf eine Nikon F-301 oder gar Contax 167MT getroffen.
    • Hallo,

      hab das hier mal mit interesse verfolgt.

      Ich habe damals als 15 jähriger das erscheinen dieser Kamera voll mitbekommen.
      Also das "Verschmäht" verstehe ich nicht ganz, man muss ganz klar sagen die Kamera war damals weltweit der absolute Bestseller und die 7000 verkaufte sich wie keine andere Kamera der Zeit.

      Der AF war eine Innovation die alleine schon eine Senastion war aber was noch schwerer zu verkraften war für die Konkurrenz, war die Tatsache das Minolta mit der 5000 (Einsteiger), 7000 (gehobene Amateur) und der 9000 (Profi) in drei Kameraklassen jeweils ein AF Modell anbot. Darüber hinaus war von 16mm bis zum 2,8 300mm und wenig später einem 4,0 600mm sowie ein 2,8 80-200mm ein komplettes AF-Objektivprogramm erhältlich. Viele dieser Linsen sind heute noch von Sony in öhnlicher Rechnung erhältlich. Das gab es in diesr Form so konsequent bei keinem anderen Hersteller. Wir müssen das aus der damaligen Marktsituation betrachten. Ein 4,0 600mm AF Objektiv gab es von Nikon erst knapp " 8 Jahre!!!!" spöter.
      Aber nicht nur das Objektivprogramm war bereits vollständig auch das gesamte Zubehör wie 2 unterschiedliche Datenrückwände, Motor sowie Winder, Langfilmmagazine und 2 Datenrückwände inclusive eines kompletten AF Biltzsystems mitautomatisch verstellbaren Zoomreflektoren waren erhältlich. Darüber hinaus gab es sogar eine erste digitale Rückwand mit eigens dafür entwickelten Speichermedien, Studioblitbelichtungsmesser mit Funkdatenübertragung zur Kamera usw.

      Wen es interessiert genaueres findet man auf 9000.org

      Höufig wird hier der Bajonettwechsel vom Minolta SR zum A als Negativbeispiel angeführt, Canon hat auch das Bajonett geändert und das hatte sowohl bei Minolta als auch bei Canon technische Gründe. Auch bei Contax wurde viel später zum Systemwechsel auf AF das Bajonett geändert.

      Was die Wertigkeiten der Kameras betrifft, haptisch wie auch in der Ergonomie waren sie damals voll auf höhe der Zeit. Die Materialien sind auch was die Langzeitstabilität betrifft ohne Tadel. Ich selber habe noch heute einiger dieser Kameras in Benutzung und die 9000 ist eine wunderbare Kamera und verbindet für mich das beste aus zwei Welten. Nimmt man den Motor ab hat man die Einzige jemals gebaute AF SLR mit Spannhebel und sie kommt darüber hinaus mit zwei AA Batterien aus.

      Die AF-Geschwindigkeit ist bei dieser ersten Generation natürlich nach heutigen Gesichtspunkten langsam aber durchaus treffsicher und auch stark abhängig von der verwendeten Batteriequalität und Ladungszustand. Mit einigen Objektiven die speziell für die AF Serie konstruiert wurden, wie zB das professionelle 28-135mm bei dem sich die Hinteren Linsenelemente alleine verstellen, mit diesen Linsen realsieren auch die Minoltas der erten Generation akzeptable AF Geschwindigkeiten.

      Aber bereits mit der Minolta Dynax 9xi anfang der 90iger Jahre, kurz nach dem erscheinen der Nikon F4 brachte Minolta schon die dritte Generation an Af Systemen auf dem Markt. Die 9xi ist selbst nach heutigen Masstäben eine schnelle AF Kamera, andersw als zB die Nikon F4.

      Aber auch zum ende der Analogen Ära gab es mit der Minolta Dynax 7 und 9 Kameras im A Bajonett die auf der höhe der Zeit waren. Gerade die Dynax 9 mit ihrem Edelstahl Gehäuse ist für die unter uns die ein Problem mit Kunststoff Gehäusen haben ein haptischer Genuss, mal abgesehn von einem sehr klassischen User-Interface und einem 100% Sucher der darüber hinaus mit Abstand einer der hellsten in dieser Klasse ist.

      Die Minolta AF Kameras sind bei mir eine perfekte analoge Ergänzung zum Sony Alpha System welches auch heute noch das Minolat A Bajonett weiterverwendet. Hinzu kommt das das Benutzerkonzept bei der Sony Alpha 900 der Dynax 9 auch sehr ähnlich ist und beide sinnvoll parallel verwendet werden können.

      Gruß

      Marwan
      "Das dumme an Zitaten aus dem Internet ist, dass man nie weiß, ob sie stimmen" (Leonardo Da Vinci 1442-1519)