Ich möchte gerne in das Großformat

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    • Ich möchte gerne in das Großformat

      Hallo,

      Ich überlege es ja schon lange aber nun mal im ernst.
      wie steigt man gut in das Thema ein ?

      Oder ganz blöd gefragt..Welche Kamera ist Top und von was lässt man die Finger ?

      Welcher Preis ist realistisch für eine z.b. Sinar F2 mit 90mm Objektiv.

      All der Kram wie Labor usw ist vorhanden und kann auch alles bis 4x5 ..
      Also warum nicht auch eine passende Kamera dazu :)

      LG
      Theo
    • Re: Ich möchte gerne in das Großformat

      Bonjour Theo,

      willkommen im Reich der Wahnsinnigen!

      Welche Kamera für dich die richtige ist hängt letztlich von deinen fotografischen Schwerpunkten ab.
      Letze Woche ging eine F2 bei Ebay für 240 € über den Tisch - 90 mm sind für 4 x 5" eine Weitwinkelbrennweite. Ein Rodenstock 90 mm Grandagon sollte gebraucht so was bei 250-270 € liegen…

      Kamera nach optischer Bank: große Verstellmöglichkeiten, aber sperriger im Transport…
      Laufbodenkamera, meist geringere Verstellwege, oft leichter und handlicher…

      Am besten verrätste mal von wo du bist - aha du bist en Balina - GFler lassen andere auch gern mal anschauen und angrabbeln… das hilft bei der Entscheidungsfindung ungemein.

      Wir sind aus Braunschweig - aber vielleicht hat Herr R aus B mal Lust? Ansonsten sind wir machmal im Oderbruch unterwegs…

      Salut,

      vom Zappa und dem kleinen Tiger (…der sagt: ör hat och ne Fzwo - jo, jo!)
      Markennamen??? - Egal, wenn wir nur damit photographieren können…

      Unsere Negativformate:

      6 x 9, 9 x 12, 13 x 18, 18 x 24, 24 x 30 cm
      4" x 5", 8" x 10", 16" x 16", 16" x 18", 24" x 26" - Inch
    • Re: Ich möchte gerne in das Großformat

      Hallo,

      generell unterscheidet man zwei Arten von GB-Kameras. Die Laufbodenkamera (Linhof Technika) und die Standartenkamera.
      Leichter zu transportieren ist die Laufbodenkamera, universeller die Standartenkamera.

      Bleiben wir bei ler letzteren.
      Man benötigt dazu einen Normalbalgen (150mm aufwärts) und einen Weitwinkel (Ballon-) Balgen, um die Verstellmöglichkeiten in der Architekturfotografie auch nutzen zu können.

      Gut sind auf jeden Fall Linhof, Plaubel und Sinar, wobei die Sinar auch Kunststoffteile hat, was ich nicht mag. Meine bevorzugte Kamera wäre die Plaubel Peco Profia N, aber da hat jeder so seine Vorlieben. Meine Lieblings-Reisekamera, die Plaubel Peco junior 9/12 (10/15) wird leider so gut wie kaum angeboten.

      Übrigens werde ich im kommenden April (2015) einen GB-Workshop in unseren Ateliers abhalten, dort werden alle Techniken vorgestellt, die man bei der GB anwenden kann. Siehe hier: aphog.de/forum/viewtopic.php?f=80&t=31325

      Gruß
      Winfried
    • Re: Ich möchte gerne in das Großformat

      Hallo, The O,

      der beste Einstieg wäre aus meiner Sicht Vorabinformation für gezielten Einkauf und rund um die Theorie zu sammeln, und dann nix wie hin zum Winfried.
      Kannst mir glauben, was da gelehrt werden wird, braucht in Eigenregie, ohne Vorkenntnisse, schon mal 6-12 Monate Rumkrepeln :)
      Ansonsten hilft viel fragen.

      Das Blöde am GF ist, dass man wissen sollte, was man vorhat, um gezielt kaufen zu können; da bei GF aber doch alles etwas anders ist wie gewohnt, kann man seine bisherigen Erfahrungen nicht sinnvoll verwerten.
      Das heisst, man weiss es einfach nicht, bevor man die Teile ausprobiert hat.
      Das Schöne am GF ist, dass man sich auch mal verkaufen kann, ohne sein Geld in den Sand zu setzen.

      Einschränken in der Vorauswahl lassen sich aber die Fragen nach dem angedachten Motivwunsch/Brennweite, ob man mehr Verstellungen ( und mehr Gewicht) will, oder ob man zugunsten der Kompaktheit, Transportvorteile und Gewicht auf Laufboden geht.

      Selten erwähnt wird, dass Laufböden ( i.d.R.) neben ihren Vorteilen vom Einsatz der Optiken her deutlich eingeschränkter sind; ein 250er z.B. bräuchte für eine Nahaufnahme bei 1:1 schon mal 50 cm Balgen, den gibts bei Laufböden aber eher selten ( meist um 30 cm).
      Hinzu käme, dass sich mangels Verstellmöglichkeiten des Rückteiles ( es gibt Ausnahmen, wie immer) Makros verdammt blöd einstellen lassen. Nicht nur hier punktet die Bank.

      Ich halte es nach einigem Hin und Her so : für drinnen die optische Bank, für draussen eine gut verstellbare, aber kompakte und "leichte" Laufboden.

      Ein gut erhaltenes und moderneres Grandagon würde ich eher bei 300 bis 350.- ansiedeln, die kurzen BW sind meist etwas teurer.
      Für runde 150.- kriegt man häufiger eine normale BW, und hier käme zum Tragen, was ich oben schon sagte : das ist zwar ne Normale, aber bei GF ist seitlich schon eine Menge drauf auf dem Bild :)
      Und wenn man etwas stärker vergrössert (Ausschnitt), hat man gleich den Telelook gratis dazu.
      Ein wunderbarer Allrounder also.

      Ich nehme mein 75er , oder ab 300mm, nur selten und jongliere meist zwischen 135, 150 und 210 mm.

      Ein 75er kriegt man übrigens bei Weitem nicht an jede Kamera dran, also doch im Vorfeld schon mal genauer schauen, welche Optiken zum Einsatz kommen sollten.
      Bildbeispiele gibt es ja zuhauf.

      Eine Sinar für runde 300.- sollte drin sein, hier aber informieren, es gibt auch die alten Normas, die nicht schlecht, aber nicht immer von Vorteil sind.
      Desweiteren die F und die P, sowie eine Kombination aus Beiden, oder sogar eine Kombination mit Normateilen.

      Klingt jetzt alles etwas "boah", aber da brauchste nicht zurückschrecken.
      Es gibt nur eben etwas mehr zu wissen, wenn man gut vorbereitet einsteigen möchte.

      Warum willst Du GF benutzen, welche Ziele verfolgst Du damit ?

      Gruss,
      Ritchie
    • Re: Ich möchte gerne in das Großformat

      Richie beschreibt das sehr gut,

      daher nur noch einige Anmerkungen.
      75mm = Für mich zusammen mit dem 90mm das meistverwendete Objektiv. Warum? Ich fotografiere mit der GB hauptsächlich Architektur. Da kann man u.U. sogar ein 65mm bei 9/12 nehmen, bekommt man es an die Kamera....

      Es hängt also viel davon ab, WAS Du fotografieren möchtest.

      Bei Portrait und 9/12 GB sollte es schon mindestens ein 180mm, besser ein 240mm sein, Bei Sachaufnahmen und Stills das 240mm.
      Landschaften mit dem 120/150/180mm und so weiter. Am Ende kommt man um folgende Objektive kaum herum:

      Super Angulon oder Gandagon 90mm, preiswert f:8, teuer f:5,6
      Symmar oder Symmaron 5,6/150 oder 180mm
      Symmar oder Symmaron 5,6/240mm

      Mit diesen 2 Optiken deckt man so alle Bereiche, die in Frage kommen, ab.

      Gruß
      Winfried
    • Re: Ich möchte gerne in das Großformat

      Hallo !

      Na das waren doch mal geniale Antworten !
      und echt sau viel .. ;)
      Danke dafür!

      Ich werde mal nicht groß zitieren sondern einfach Antworten.

      Also wenn sich hier tatsächlich Menschen finden aus Berlin die mich mal schauen lassen wäre das natürlich super.
      @ Winfried.. Das mit dem Workshop schaue ich mir nachher mal an. Danke an dieser Stelle für die Info.

      was habe ich vor ..
      Was ich nicht vor habe sind z.b. Macroaufnahmen.. Da habe ich hier auch gelesen das es da mit dem Balgen doch recht kompliziert wird.
      Im Studio bin ich auch nie.

      Ich würde mich dann doch selber als Landschaftsfotografen bezeichen.

      Im Kleinbild sind Brennweiten von 20 bis 35mm meine liebesten.

      was ich mir vom Großformat erhoffe...
      Noch mehr Ruhe als im Mittelformat und mehr Kontrolle.

      Ich bin wenn ich Fotografiere doch sehr Organisiert unterwegs und nehme mir auch gerne für ein Foto viel Zeit.

      Ich hoffe die Antworten grenzen alles etwas ein ?

      Das Pro und Kontra zum Laufboden finde ich noch recht Interesant.
      Da waren hier ja schon die ersten Informationen.

      Viele Grüße und Danke :- ))
      Theo

      ___
      Edit..

      Wegen Gewicht.. Also ich bin meist mit nem Auto unterwegs
    • Re: Ich möchte gerne in das Großformat

      Hallo Theo,

      nach Deinen Vorstellungen zu urteilen, ganz einfach:
      Standartenkamera + WW-Balgen + Normalbalgen.

      Grund: die Verstellmöglichkeiten sind universeller, besser und leichter zu bewerkstelligen als bei einer Laufbodenkamera und die Möglichkeit der Verwendung von WW-Objektiven ist einfacher, da diese sich an der Laufbodenkamera schwieriger bis kaum verstellen lassen.
      Dafür ist ein Weitwinkelbalgen Pflicht. Eventuell, je nach Kameramodell, auch eine versenkte Objektivplatine für die Weitwinkeloptiken. Ich habe hier für meine 13/18 einen versekten Tubus, der kleine Platinen aufnimmt und ich somit alle meine WW-Optiken einsetzen kann (90/105/127mm).

      Dazu ein Universalrückteil (fast immer mit dabei), ein Einstelltuch und einen Fadenzähler 10x zum besseren Scharfstellen, fertig. (natürlich noch die drei Optiken...).

      Man muß beim Kauf nur aufpassen, daß die Kamera komplett ist, also auch einen Bankhalter für die Stativaufnahme besitzt. Einzeln werden solche "Kleinigkeiten" oft überteuert angeboten. Ein paar passende Objektivplatinen wären auch sinnvoll, ggf. mit "ganz kleinen" Löchern, die kann man je nach Objektiv ja weiter ausbohren, zumachen geht halt kaum...

      Gruß
      Winfried
    • Re: Ich möchte gerne in das Großformat

      Hier driften unsere Meinungen etwas auseinander, Winfried.

      Eine Bank ist immer gut, was die Verstellmöglichkeiten und Flexibilität betrifft.
      Gerade aber der Landschafter braucht beides nur in relativ geringem Maße, so das praktisch jede verstellbare Fieldkamera ( man beachte den Namen) ausreichen dürfte.

      Bei einem 75er oder 90er reicht ein recht zarter Tilt, und vom grossen Onkel bis zum Mond ist alles scharf. Leichter Seitenschwenk, und der Baum im seitlichen Vordergrund ist auch noch scharf im Bild ...
      Selbst die klassischen Holzkameras (Reisekameras) decken aus meiner Sicht verstellungsmässig alles ausreichend ab, und die haben nur eine starre Front.

      Ich würde daher eher zur Field raten.
      Und mit einem 90er oder 150er kann man auch noch Nahaufnahmen machen, sowie mit einem 300er oder einem 360er Tele in die Ferne schielen oder Portraits machen
      .
      Wichtig wäre, dass das angestrebte 90er ( und idealerweise auch ein 75er) dranpassen und sich noch etwas verstellen lassen.
      Meine Shen Hao HZX z.B. kann das sogar noch mit dem Normalbalgen und ohne versenkte Platine ( beim 75er wirds aber schon knirsch), und die bietet mit der um 7cm verschiebbaren sowie komplett verstellbaren Rückstandarte annähernd die Möglichkeiten einer Bank.

      Als ausgesprochener Landschafter würde ich mir sogar ein non folding-Modell ans Bein binden.

      Gruss,
      Ritchie